Wer sind wir?
Wir sind es gewohnt, uns über Äusseres zu zeigen. Ein Name. Ein Beruf. Ein Kontext. Oft reicht das schon, um ein Bild entstehen zu lassen. Für andere. Und für uns selbst. Es wirkt harmlos, fast praktisch. Und doch liegt darin eine tiefe Gewohnheit, die selten hinterfragt wird.
Die gängige Antwort
Wenn man uns fragt, wer wir sind, antworten wir fast automatisch mit dem, was wir tun. Mit unserem Job. Mit unserer Rolle. Manchmal mit dem, was wir erreicht haben oder wofür wir stehen. Das ist gesellschaftlich akzeptiert. Es ordnet ein. Es macht uns greifbar.
Und gleichzeitig ersetzt diese Antwort etwas. Sie spricht über unser Leben, aber nicht über unser Sein.
Identität durch Besitz und Status
Wir identifizieren uns nicht nur über Arbeit, sondern auch über Statussymbole. Über Dinge, die sichtbar sind. Auto, Haus, Kleidung, Titel. Sie vermitteln Sicherheit. Sie geben Orientierung. Sie helfen, sich einzuordnen in eine Welt, die ständig vergleicht.
Das alles hat seinen Platz. Aber es ist nicht unsere Essenz.
Wenn alles wegfällt
Was bleibt, wenn all das wegfällt, worüber wir uns sonst definieren.
Ohne Namen.
Ohne Job.
Ohne Markenkleider.
Ohne Auto.
Ohne Haus.
Ohne Familie.
Ohne Geld.
Wenn nichts davon mehr zur Verfügung steht. Keine Rolle. Kein Besitz. Keine Zugehörigkeit. Wenn wir nicht mehr sagen können, wer wir sind, indem wir aufzählen, was wir haben oder tun.
In diesem Moment stehen wir gewissermassen nackt da. Nicht entblösst, sondern unverstellt. Ohne Schutzschicht zwischen uns und der Frage.
"Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." – Antoine de Saint Exupéry
Sein statt Haben
Vielleicht zeigt sich genau hier, dass es nie um das Haben ging. Sondern um das Sein. Um Präsenz. Um das innere Erleben, da zu sein, ohne etwas darstellen zu müssen.
Was bleibt, ist kein Konzept. Keine Geschichte. Es ist ein innerer Ton. Eine Haltung.
Ein letzter Gedanke
Reicht es, wahrhaftig da zu sein. Ohne Rolle. Ohne Erklärung.
Vielleicht ist das die ehrlichste Antwort, wenn alles wegfällt.
Hallo, ich bin da. Ich bin wundervoll, genau so wie du.
Liebe Grüsse Patrik