Valentinstag - Liebe im Schaufenster
Der Valentinstag wird meist auf Partnerschaft reduziert. Auf Rosen, Dinner, Pralinen. Auf zwei Menschen, die sich öffentlich ihre Zuneigung zeigen. Doch Liebe war nie nur romantisch. Sie war immer auch Freundschaft. Verbundenheit. Menschlichkeit.
Vielleicht haben wir sie im Lauf der Zeit enger gemacht, als sie ursprünglich gedacht war.
Was Valentin möglich machte
Der Überlieferung nach traute Valentin von Terni Liebespaare im Verborgenen, obwohl es verboten war. Er stellte Beziehung über Macht und Gewissen über Gehorsam. Dafür wurde er am 14. Februar hingerichtet. Er bezahlte seine Haltung mit dem Leben.
Was er möglich machte, war nicht Romantik. Es war Integrität. Er entschied sich für Verbundenheit, obwohl es ihn alles kostete.
Das führt zu einer unbequemen Frage. Was lassen wir sterben, um wirklich zu leben. Lassen wir unseren Stolz los, um uns zu versöhnen. Lassen wir alte Verletzungen los, um neu zu vertrauen. Lassen wir das Bedürfnis nach Kontrolle sterben, damit Nähe wachsen kann.
Liebe war für ihn keine Inszenierung. Sie war eine Haltung. Ein bewusstes Ja zum anderen Menschen. Ein Gegenüber nicht zu besitzen, sondern ihm mit Achtung, in Demut und in Dankbarkeit zu begegnen.
Mehr als Partnerschaft
Heute wird Liebe oft auf die Paarbeziehung verengt. Doch sie ist grösser. Sie zeigt sich in Freundschaften, in ehrlicher Anteilnahme, im Mitfreuen, im Mittragen. Sie zeigt sich im Respekt vor dem Weg eines anderen.
Und sie beginnt bei uns selbst. Ohne Selbstachtung wird Liebe schnell zur Bedürftigkeit. Ohne innere Annahme wird sie zur Erwartung. Wir können andere nur frei lieben, wenn wir uns selbst nicht mehr beweisen müssen.
Bedingungslose Liebe entsteht nicht aus Mangel. Sie entsteht aus Fülle. Aus dem Wissen, dass wir auch ohne Applaus wertvoll sind.
Die leise Form von Liebe
Liebe heisst nicht, einen Strauss perfekt zu arrangieren oder Pralinen symbolisch zu überreichen. Liebe heisst, einem Menschen wirklich zu begegnen. Ohne Rolle. Ohne Kalkül. Ohne versteckte Forderung.
Vielleicht bedeutet Liebe, nicht zu beeindrucken, sondern zu berühren. Nicht zu besitzen, sondern zu achten. Nicht zu fordern, sondern dankbar zu sein für die Begegnung selbst.
Ein letzter Gedanke
Wenn ich an Valentin denke, dann sehe ich keinen Blumenladen. Ich sehe einen Menschen, der bereit war, alles Äussere loszulassen, um einer inneren Wahrheit treu zu bleiben.
Vielleicht ist das die tiefere Einladung dieses Tages. Zu prüfen, was wir in uns sterben lassen müssen, damit Liebe leben kann. Den Stolz. Die Angst. Die Bedingungen.
Denn erst wenn wir uns selbst annehmen und uns nicht mehr beweisen müssen, wird unsere Liebe frei. Und nur eine freie Liebe ist stark genug, um zu tragen.
Liebe Grüsse Patrik