Lästern

06.09.2026

Lästern mag sich im Moment wie eine harmlose Unterhaltung anfühlen, doch es vergiftet unser Denken, unser Herz und unser Miteinander. Wer über andere schlecht spricht, schwächt am Ende vor allem sich selbst. Achtsamkeit bedeutet, bewusst zu wählen, welche Worte und Gedanken wir nähren.

Worte formen Gedanken – Gedanken formen uns

"Du bist, was du denkst. Alles, was du bist, entsteht aus deinen Gedanken." – Buddha.

Dieses alte Zitat erinnert uns daran: Wenn wir über andere schlecht sprechen, verankern wir diese Negativität in uns selbst. Wir prägen unser Inneres mit Abwertung, Missgunst oder Spott und tragen diese Energie weiter in die Welt hinaus.
Lästern gibt oft das Gefühl, stärker zu sein oder in einer Gruppe dazuzugehören. Doch der Preis dafür ist hoch. Es trennt, anstatt zu verbinden. Und es macht uns klein, während wir versuchen, uns gross zu fühlen.

Der Spiegel der Gemeinschaft

In Gruppen entsteht leicht ein Sog: Einer fängt an zu lästern, die anderen stimmen ein. Plötzlich entsteht ein Gefühl von Zugehörigkeit, allerdings auf Kosten eines Dritten. In Wahrheit ist das keine Stärke, sondern eine Abhängigkeit.
Echte Stärke liegt darin, sich diesem Strudel zu entziehen. Denn: Was wir über andere sagen, sagt am meisten über uns selbst aus.

Wege aus der Lästerei

Es braucht keine drastischen Regeln wie in manchen Ashrams, wo Novizen für jeden negativen Gedanken zehn positive Dinge über die Person aufschreiben müssen. Schon kleine Veränderungen reichen, um bewusst gegen das Lästern zu wirken:

  • Neutral bleiben: Ein einfaches "Ich weiss es nicht" oder "Ich kenne die Person nicht gut genug" entzieht dem Lästern den Boden.

  • Umlenken: Das Gespräch in eine andere, positivere Richtung führen.

  • Eigenes Prüfen: Sich selbst fragen: "Warum will ich gerade über diese Person sprechen?"

  • Mitgefühl entwickeln: Erinnern, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg, seine eigenen Kämpfe hat.

Achtsamkeit als Schutz

Wer achtsam lebt, merkt schneller, wann er in die Falle des Lästerns tappt. Mit einem klaren "Nein" sanft, aber bestimmt, können wir uns selbst treu bleiben. Es geht nicht darum, andere zu belehren, sondern bei uns selbst zu bleiben und das Gift nicht zu nähren.

Abschliessender Gedanke

Worte sind wie Samen. Sie fallen in die Erde unserer Seele und beginnen zu wachsen. Ob wir Dornen pflanzen oder Blumen, das liegt in unserer Hand.


Liebe Grüsse Patrik


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